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leo1Vor gut 4 Wochen, genau gesagt am 06.05.2009 musste ich wohl die bislang schwierigste und traurigste, aber auch wichtige Entscheidung in meinem Leben als Kaninchenhalterin treffen. Ich habe Leo durch unsere Tierärztin einschläfern lassen müssen. Ihr fragt Euch sicherlich warum.

Es begann alles vor über einem Jahr, als bei Leo an der rechten Kieferseite ein Abszess festgestellt wurde. Ich ließ ihn operieren. Nachdem soweit alles verheilt war, trat an derselben Seite erneut ein Abszess auf. Ich stand erneut vor der Frage, OP oder keine OP. Dieses Mal hatte ich die Operation abgelehnt, da ich nach der ersten OP keinen Erfolg mehr sah, also hieß es Leo schöne Woche oder Monate zu bereiten.
Am Anfang fiel mir der Gedanke schwer, aber mit der Zeit vergaß ich es und so lebte Leo – zwar mit seiner Medizin täglich – wie ein ganz normales Hasi unter seinen beiden Frauen. Der zweite Abszess platzte regelrecht auf. Kein schöner Anblick, vom Geruch ganz zu schweigen. Leonie kümmerte sich rührend um die Wunde von Leo.
Um Weihnachten herum meldete sich dann auch die dritte Beule. Diese hinterließ dann nur einen trockenen Gnubbel, der nach einiger Zeit abfiel.
Von da an war es in Ordnung. Man glaubt da ja schon an Wunder…

Bis zu diesem Tag, an dem Leo anfing, seine Nahrung zu verweigern. Es war der 30.04.2009. Ich war ja nun schon geübt im Päppeln. Anfang lies er es auch noch zu, dass ich ihm Möhrenbrei gab. Da er immer dünner wurde, entschied ich, Leo am 05.05.2009 morgens zur Tierärztin zu bringen. Auf den ersten Blick konnte auch sie nichts genaues feststellen. Da sie allerdings von seinem “Vorleiden” wußte, was man ihm so nicht ansah, zeigte sie mir die Alternativen auf:
1.) Päppeln und mit Antibiotika versorgen
2.) Erlösen
Beide Varianten waren jetzt nicht das, was ich hören wollte, aber was wollte ich hören? Da sagte mir die Tierärztin, dass wir es auch versuchen können, Leo über 4 Stunden zu päppeln, um dann weitere Entscheidungen zu treffen. Genau das war es, was ich hören wollte und dem stimmte ich auch zu.

Als ich am Nachmittag, dann endlich den Anruf aus der Praxis erhielt, war ich erleichtert zu hören, dass Leo das Päppelfutter gut annahm und es so der Tierärztin auch ausreichte. Ich sollte mich am nächsten Tag morgens noch mal melden.

Als ich allerdings am 06.05.2009 bei meiner Tierärztin anrief, hörte ich etwas, womit ich nicht gerechnet habe. Leo hatte Gleichgewichtsstörungen bekommen und verweigerte nun auch das Futter. Wörtlich “Wir stehen mit dem Rücken an der Wand und können nichts mehr für ihn tun. Leo sollte erlöst werden.” Tränenerstickt konnte ich nur noch zustimmen. Ich konnte mir allerdings nicht die Frage verkneifen, ob ich nicht doch zu spät bei ihr war. Sie meinte, dass sie mich ja kennt und weiß, dass ich alles für meine Tiere tue und auch weiß, was ich zu tun habe. Ein wirklicher Trost war das nicht für mich.

Einige Stunden später erhielt ich noch mal einen Anruf von meiner Tierärztin und sie sagte, dass Leos Lunge voller Eiter war. Der Abszess war dieses Mal nicht nach außen getreten, sondern hat sich in seiner Lunge breitgemacht. Egal was ich auch getan hätte, ich hätte ihm dieses Mal nicht helfen können.

Einige von Euch werden sicherlich sagen, dass es ja schon dann und dann klar gewesen wäre oder aber man hätte doch dann und dann noch dieses oder jenes tun können, aber so war es nicht. Ich bereue auch meine Entscheidung nicht, ihn vor über einem Jahr nicht noch ein zweites Mal operieren gelassen zu haben.

Leo hatte ein wunderschönes, wenn auch – in meinen Augen – ein viel zu kurzes Hasileben. Jetzt ist er im Häschenhimmel mit seinem Toshi und seiner Rosi vereint und sie toben gemeinsam unbeschwert über eine große grüne Wiese.

Leo, meine kleine Maus, Du wirst immer einen Platz in meinem Herzen haben. Ich vermiss Dich ganz doll!

Dein Frauchen Sandra